Physik aktiv - Finale 2018

Hoch gepokert

 

Zugegeben, eine richtige Rakete wie die Falcon Heavy von Elon Musks Firma "SpaceX", die im Einstiegsvideo der Finalrunde gezeigt wurde und die seinen inhaltlichen Rahmen bildete, war es nicht, was die diesjährigen Finalisten von Physik aktiv basteln sollten. Abheben konnten die Konstrukte (von sich aus) jedenfalls nicht.

Das wäre vielleicht auch etwas zu viel verlangt, schließlich standen den Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 bis 8 nur 10 Blatt Papier, Klebstoff und zwei Stunden Zeit zur Verfügung. Aber aussehen sollte das zu bastelnde Objekt schon wie eine richtige Rakete: Aerodynamische Form und mit Triebwerken, auf denen der Raketenkörper stehen konnte. Auch ein großer Laderaum sollte vorhanden sein, denn die Siegbedingung bestand darin, die Rakete innerhalb von 45 Sekunden mit möglichst viel Nutzlast in Form von Bonbons beladen zu können.

Neben technischen Fähigkeiten war also auch ein gewisses Fingerspitzengefühl, eine Portion Risikobereitschaft und natürlich Glück gefordert, da die eingefüllte Fracht nur dann zählte, wenn die Rakete während der Beladung nicht ihre Funktion verlor, also kippte, einstürzte oder der Laderaum barst. Kam es doch zur "Katastrophe", waren auch alle bis dahin eingefüllten Bonbons nichtig.

In diesem Punkt hatte die Gruppe "Die Ingenieure" (Joschua Kesper und Santiago Keinemann aus der Klasse 6) leider zu hoch pokern müssen. Um mit den vorhergehenden Gruppen mithalten zu können, gingen sie das Risiko ein und beluden ihre Rakete mit einem Gewicht, das diese und die Hoffnung auf einen der vorderen Plätze letztlich zum Einsturz brachte.  Formschön und stabil präsentierte sich das Bastelergebnis des Teams "ZiSelSteine" (Joshua Zinke und Tim Prisel aus der Klasse 7). Einer vollen Ladung Bonbons hielt die Rakete problemlos stand. Allerdings war der Laderaum bereits bei der Planung aus Sicherheitsgründen etwas konservativer dimensioniert worden, was sich im Vergleich leider als zu klein herausstellte.

Insgesamt gesehen war geballte Frauenpower für diese Finalrunde kennzeichnend. So bestachen die Raketen der Damenteams nicht nur durch elegant-lässiges Design (vgl. Einhorn-Rakete in der Bildergalerie), sondern auch durch überlegene Technik. Bei den Teams der Klassen 5-6 ergatterten drei reine Mädchengruppen die begehrten Preise und auch bei den Schülerinnen und Schülern aus den Klassen 7 und 8 gewann in einem spannenden Stechen ein Damenteam. Die Rakete der Siegerinnen konnte über 4 kg Nutzlast problemlos aufnehmen.

Am Ende eines ereignisreichen Vor- und Nachmittags fuhren unsere Teams zwar ohne materielle Preise, aber um eine interessante und lehrreiche Erfahrung reicher wieder nach Hause. Auf die beiden Gruppen, die bereits im schulinternen Wettbewerb ihr physikalisches Können ausreichend unter Beweis gestellt haben, wartet am Ende des Schuljahres auch noch eine nette Überraschung.

Schülerinnen und Schüler, die beim Lesen dieses Textes denken: "Papierrakete bauen - das ist meine leichteste Übung!" sind natürlich herzlich eingeladen, beim nächsten Durchgang von Physik aktiv teilzunehmen - die Finalaufgabe wird dann allerdings eine andere sein :-). Informationen zur neuen Runde werden gegen Herbst/Winter 2018 erwartet.

Galerie

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