Unsere Schreibhelden wollten es wissen!

Herzlichen Glückwunsch! Lena liebt Literatur und erreicht mit ihrer Geschichte den 3. Platz beim Dortmunder Literaturwettbewerb!

"Insgesamt 72 Einzelpreise und 28 Klassenpreise wurden 2017 verliehen. Die prämierten Texte sind in einem Buch zum Wettbewerb zusammengestellt und mit Bildern von Schülern des Goethe-Gymnasiums illustriert worden.", teilt die Website des Wettbewerbs mit. Das Thema für 2017 lautete " Helden".

Geschichten entwickeln ist für Lena eine wahre Leidenschaft. Im WLT in Castrop arbeitet sie seit ihrem Praktikum bei Theaterproduktionen mit. "Für mich steht immer erst der Ort fest, an dem meine Figuren agieren. Beim Schreiben betreten die Figuren dann diese "Bühne" und die Geschichte entwickelt sich.", erzählt sie mit leuchtenden Augen. Auch Gedanken für andere nachlesbar aufs Blatt zu bringen, gefällt ihr. Jeder kann dabei sein Lesetempo finden.
Auch Till, Chiara, Sophie und Helin schreiben wahnsinnig gern. Sie sind sich einig: "Seitdem ich schreiben kann, schreibe ich Geschichten - also seit der Grundschule" Mit der Schreiblust geht die Leselust einher, denn wer in Bücher abtauchen kann, lässt offenbar auch gern mal neue Welten auftauchen.
Helin beschreibt ihren Schreibprozess so: "Zunächst denke ich mir die einzelnen Figuren aus, die einzelnen Charaktere, wenn sich die Charaktere begenen, entwickelt sich langsam meine Geschichte. Das ist für mich auch spannend, da ich ja vorher noch gar nicht weiß, was passiert." Till, Sophie und Chiara bestätigen diesen Schreibprozess. "Ich hab manchmal nur eine kleine Idee für eine Geschichte, aber dass ich die komplette Geschichte schon im Kopf habe bevor ich schreibe, passiert eigentlich nicht.", reflektiert Till.
Das Thema des Schreibwettbewerbs fanden sie gut, da es noch genügend Freiheiten lässt. Dass sie überhaupt mitgemacht haben, liegt daran, dass andere sie dazu motiviert haben und es ist schön, wenn viele Leute die Geschichte lesen.
Die fünf Schreibtalente wünschen sich eine Möglichkeit, ihre Erfahrungen beim Schreiben und Lesen auszutausen. So kam die Idee auf, ein Literatur-Café am BBG einzurichten. Die Idee hat die Bühne betreten, jetzt müssen wir mal sehen, was daraus wird!

Die Texte werden in Kürze hier veröffentlicht. Lenas Text könnt ihr nun exklusiv lesen:

Helden und wo sie zu finden sind!  

Man sagt, sie sind Helden: Superman, Batman, The Avengers, Harry Potter, Pippi Langstrumpf oder ein einfacher Feuerwehrmann, der eine Katze vom Baum rettet.
Doch was macht sie zu Helden? Sind es ihre Fähigkeiten? Ihre guten Absichten? Oder sind Helden mehr als nur das? Woran erkennt man sie? Und vor allem - wo sind sie?

Ich bin davon überzeugt, dass Helden früher, wie z.B. im 20. Jahrhundert, eine größere Bedeutung für die Menschen hatten. Damals gab es sie wirklich. Die wahren Helden. Helden, die für ihr Land gekämpft haben, trotz schwieriger Zeiten. Helden, die protestiert haben für ihre Rechte. Helden, die einfach nur versucht haben, ihre Familie zu versorgen.

Heutzutage ist das Wort „Held“ beinahe in Vergessenheit geraten. Ich sage beinahe, denn natürlich gibt es auch heute noch diese Helden. Doch im 21. Jahrhundert ist es normal, dass man erst dann zum Held wird, wenn man heilig gesprochen wurde, wenn man großen Erfolg gehabt hat oder wenn man das ganze Land vor einem Unheil gerettet hat. Heutzutage müssen Helden mit gewaltiger Kraft Aufmerksamkeit auf sich richten, damit die meisten Menschen sie überhaupt erst wahrnehmen. Dabei befinden sich Helden schon die ganze Zeit unter ihnen, sie haben sie nur nicht bemerkt. Nicht nur nicht bemerkt, teilweise wird bezweifelt, dass Helden überhaupt noch existieren. Warum? Wenn man mal den Fernseher einschaltet, das Radio andreht oder morgens seine Zeitung liest, dann werden doch nur oder zum größten Teil Nachrichten von Katastrophen, Krieg, Unfällen, schwieriger Politik, Verbrechern oder irgendwelchen anderen Problemen berichtet. Und eines haben all diese Dinge gemeinsam: Sie sind negativ, was sich massiv auf den Menschen und seine Gefühle auswirkt. Man liest und hört nichts von Helden oder guten Taten. Dann hat man auch keine Inspiration, keinen Grund, selbst ein Held zu werden. Ich will mich aber an die wahren Helden erinnern und sie auch heute wieder über die Straße laufen sehen.

Es ist schwer die Bedeutung des Wortes „Held“ zu erklären oder zusammenzufassen. Denn das Wort gleicht einem großem Baum. Wie der Stamm, so kräftig und ausdauernd, stellen wir uns einen Helden vor und wie die weitverzweigten Äste, so nehmen wir seine Vielfalt und Einzigartigkeit wahr. Diese Vielfalt kann verwirren und zu einem Verwechseln mit den wahren Helden führen. Solche Helden wie Superman, Batman und Pippi Langstrumpf unterscheiden sich von den wahren Helden. Das sind Superhelden. Gerne werden die zwei Begriffe verwechselt. Superhelden sind aber eine völlig andere Gattung. Sie sind der Fantasie eines Menschen entsprungen. Sie sind nicht real. Auch wenn einige diese Superhelden als ihre einmaligen Helden ansehen, so sind doch die wahren Helden die, die sie erschaffen haben. Sie haben diese Figur erfunden und viele Menschen damit glücklich gemacht.

Menschen brauchen Helden! Das ist klar. Sie brauchen jemanden, an den sie glauben können. Der ihnen Hoffnung gibt. Egal auf was. Zu dem sie aufschauen können. Helden als Vorbilder. Helden als Standbilder für Wünsche und Ziele. Für Kleinkinder sind vor allem Eltern Helden. Vorbilder, denen sie nacheifern. Sie vermitteln Werte, Fähigkeiten und im besten Falle sinnvolles, kluges Handeln.        

Ein anderes Beispiel ist Gott. Ist Gott auch ein Held? Wieso glauben die Menschen an etwas, das nicht bewiesen ist, anstatt an einen Menschen, der existiert? Jeder braucht Helden! Aber jeder ist auch in der Lage, selbst ein Held zu sein! Das ist, woran ich glaube. Helden sind Menschen, die leben wollen und sie kämpfen dafür und manchmal retten sie andere, um ihnen das Glück zu leben wieder nahe zu bringen. Dabei reicht oft ein kleines Lächeln eines fremden Menschen auf der anderen Straßenseite, ein netter Abschiedsgruß, ein kurzes Türen offenhalten. Kleine Freundlichkeiten mit großer Wirkung. Man muss nicht heilig gesprochen sein, um ein Held zu sein! Auch ist Held zu sein kein Dauerzustand. Man muss sich diesen Titel immer wieder von Neuem erkämpfen. Das  heißt aber nicht, dass man keine Pause machen darf oder mal keinen schlechten Tag hat. Dann sind die anderen die Helden. Man ist auf keinen Fall dazu verpflichtet, die Welt zu retten. Auch nach Rückschlägen darf man nicht aufgeben. Erst dann entsteht der wahre Held in einem selbst.

Er widerspricht, wenn alle anderen schweigen.
Er kämpft, wenn alle anderen sich ergeben.
Er gibt nicht auf, wenn alle anderen ihm den Rücken kehren.

Auch wenn nicht alle die besten oder meisten Taten vollbringen können, ist man doch gleichwertig als Held.
Alles, was man tun kann, ist schon genug.

Von Lena Kleinehabig