Tinte in den Adern

Sieger des Schreibwettbewerbs stehen fest! Starke Texte lagen der Jury vor. Die drei Texte, die Leserherzen höher schlagen ließen, stammen von: Paul Hofmann (1. Platz), Vithusha Vaseetharan (2.) und Maren Behtke (3.).

Immer wieder finden sich begeisterte Schreiberinnen und Schreiber am Bert-Brecht-Gymnasium - liegt das vielleicht an unserem Namensgeber? Unter Brechts kritischem Blick hielten unsere jungen Talente zumindest stand. Auch die Jury lobt die kreativen Ideen zum Thema "Dumm gelaufen!". Maren aus der 5d hat das erste Mal mitgemacht und bestätigte: "Das war gar nicht so leicht am Computer zu schreiben und auf alle Vorgaben zu achten." Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, die eigenen Ideen Schwarz auf Weiß in den Händen zu halten. Vithusha schreibt leidenschaftlich gern und mag es, den Leser direkt ins Geschehen zu werfen. Sie führt ihn durch die Geschichte und lässt ihn am Ende plötzlich allein. "Offene Enden finde ich klasse, da muss der Leser sich schon noch seine eigenen Gedanken machen", lächelt sie. Ganz im Sinne des großen Meisters Brecht der schrieb ja schon: "Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluß! / Es muß ein guter da sein, muß, muß, muß!".
Paul hat sich angesichts des Themas zu einer besonderen Textgattung hinreißen lassen: Dem Gedicht. Da muss man echt dran feilen, bis der Rhythmus, die Zeilensprünge, der Reim und, und, und endlich stimmen, bis eben die Sprache "verdichtet" ist. Vor allem hatte er aber Spaß daran, seinen Humor in die Verse fließen zu lassen.
"Jeder hier hat eine andere Lieblingsstrophe", freut sich Frau Oelkers, die Teil der Jury war. Das Gedicht bleibt im Ohr und das ist schon eine besondere Qualität des Schreibens. Frau Kress, die den diesjährigen Schreibwettbewerb leitete, ist jedenfalls überzeugt, dass die Siegertexte alle etwas ganz Besonderes in sich haben. Sie hielt für die jungen Talente noch einmal fest, was der Jury besonders gut gefallen hat.

Bald werden hier auch Auszüge der Gewinnertexte zu lesen sein. Pauls Text wird in der kommenden Ausgabe der Schülerzeitung Bertis Break komplett abgedruckt (kommt Mitte Juni). 
Eine Strophe aus Pauls Gedicht bieten wir euch hier als Appetitanreger schon einmal an:

[...]

Dann auf der Straße und den Wegen
Kubikmeterweise Regen
Und des Schlammes Glätte wegen
darf ich mich gleich auch zu ihm legen
Mutter Erde!!! Welch ein Segen!!!

Wie sagte Edward Murphy? Der so gescheite?
„Das Brot fällt immer auf die Butterseite“

[...]



Die strahlenden Augen der diesjährigen Sieger sagen eigentlich mehr als tausend Worte. Der Büchergutschein und das "Lesefutter" waren nur Nebensache, diesen Dreien ging es ums Schreiben.

"Hoffentlich tragt ihr eure Begeisterung für das Schreiben weiter und ermuntert noch mehr Schüler, sich bald wieder für die Teilnahme am Schreibwettbewerb zu entscheiden!", wünscht sich unsere Schulleiterin Frau Schmidt-Strehlau.

Laudatio der Jury zu den Gewinnertexten

Bei der Auswahl der Gewinnertexte haben wir in der Jury mehrere unterschiedliche Kriterien diskutiert. Uns war wichtig, dass das Motto möglichst originell und kreativ umgesetzt wird, dass eine literarische Gestaltung erkennbar ist, zum Beispiel indem Spannung aufgebaut wird, die Figuren möglichst lebendig gestaltet sind und dass sprachliche Mittel eingesetzt werden, um den Inhalt der Texte zu unterstützen.

Jeder der drei Gewinnertexte konnte in unterschiedlichen Bereichen punkten. Maren Bethke (3. Platz) hat sich getraut, schon in der 5. Klasse an dem Wettbewerb teilzunehmen. Sie hat die Furcht verarbeitet, was alles passieren kann, wenn man das erste Mal, seine Gefühle für einen anderen Menschen offen ausspricht. Wir sind schon sehr gespannt, welche Entwicklung wir von dieser jungen Autorin noch sehen werden.

Die Entscheidung zwischen dem 2. und dem 1. Platz war sehr knapp.

Vithusha Vaseetharan (16. Jahre) hat unter dem Titel „Aller Anfang ist schwer ...“ einen Auszug aus ihrem geplanten Romanprojekt für den Wettbewerb eingereicht. Vor allem die Gestaltung der Figuren und die leichtfüßige Art, mit der sie den Leser sofort in die Geschichte hineinzieht, haben uns überzeugt. Obwohl es sich um einen Auszug handelt, verfügt der Text schon über einen gut konzipierten Spannungsbogen, an dessen Ende sich eine Überraschung anbahnt. Auch hier steht (vermutlich) die erste Liebe im Mittelpunkt. Die Hauptfigur kommt an eine neue Schule und trifft durch ein Missverständnis ausgerechnet auf den beliebtesten Schüler der Schule, der ihr jedoch zu Beginn so überhaupt nicht sympathisch erscheint. Wir sind gespannt auf die Vorsetzung der Geschichte, da uns Vithusha bei der Siegerehrung auch nicht verraten hat, wie es mit den beiden weitergeht.

Der erste Platz des Wettbewerbs geht an Paul Hofmann. Er hat in Versform einen ausgesprochenen Pechvogel durch seinen Tag begleitet. „Dumm gelaufen ...“ ist bei der Schlitterpartie durch den Schlamm auf dem Weg zur Schule auch gleich wörtlich zu nehmen. Und dann begegnet er auch noch der Schulleiterin mit zwei Schalen Salat in der Hand. Uns hat es gefreut, dass Paul mit seinem Gedicht auf humorvolle Weise das Motto des Wettbewerbs mit dem Leben an unserer Schule verknüpft hat. Dabei sind ihm in seiner Sprachgewandtheit auch einige sehr gute Verse gelungen, die wir gerne mit dem ersten Platz belohnt haben.